Branchengespräch Gebäudewirtschaft

Kurzbericht vom 07. Mai 2015
Arbeitskräftebedarf von Unternehmen und öffentlich geförderte Beschäftigte – Matching durch Kooperation

Am vierten Branchengespräch in der aktuellen Reihe des bvaa nahmen sechs Unternehmen mit neun Personen sowie 13 Jobcoachingträger teil. Vertreten waren sowohl mehrere sehr große Unternehmen, Marktführer in Berlin bzw. Deutschland wie Gegenbauer, GRG Services, Universal und die WISAG und ebenso wie mittelständische BEBRA GmbH. Als Bildungsdienstleister und Jobcoachingträger traten gleichfalls große wie kleine Sozialunternehmen in Erscheinung, die agens Arbeitsmarktservice GmbH, die pro futura Unternehmensgruppe, die Schildkröte GmbH, Pegasus GmbH, C.U.B.A. GmbH und BfU gGmbH.

Herr Detlef Bischur vom bvaa-Vorstand begrüßte die Teilnehmenden und stellte das Programm Berliner Jobcoaching vor. Herr Ralph Döring, Netzwerkmanager des bvaa, erläuterte das bvaa-Projekt „Schnittstellen zur Wirtschaft“. Im Anschluss an die Vorstellungsrunde der Teilnehmenden gab Herr Daniel Hönow, Branchenkoordinator bei der IHK-Berlin einen kurzen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Trends mit Schwerpunkt auf dem Fach- und Arbeitskräftebedarf in der Branche. Von besonderem Interesse waren die von der IHK vorgeschlagenen Lösungswege für die Personalenpässe: bereits weithin bekannte wie vermehrte Ausbildungs- und Qualifizierungsanstrengungen der Unternehmen, gesteuerte Zuwanderung, aber auch als neuer Ansatz die gezielte Einstellung von Einfacharbeitskräften, zunächst v.a. zur Entlastung der Fachkräfte, aber mit perspektivischer Chance zur Weiterqualifizierung.

Die Personal- und Gesamtverantwortlichen der Gebäudewirtschaftsunternehmen machten im anschließenden Round-Table-Gespräch deutlich, welche Qualifikationen, fachlichen und sozialen Kompetenzen für das derzeit bei Ihnen gesuchte Personal besonders wichtig sind. Dabei fielen – nicht ganz unerwartet - immer wieder die klassischen Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit sowie (in der Gebäudereinigung v.a. körperliche) Belastbarkeit. Aber auch zeitliche Flexibilität und ausreichende Deutschkenntnisse werden eingefordert. Die Aufgaben der Jobcoaches und Bildungsdienstleister wurden dahingehend konkretisiert, den Unternehmen durch Qualifizierung, sozialpädagogische Unter-stützung und Leistungen der Personalvorauswahl und Begleitung on-the-job geeignetes Personal zuzuführen.

Im Gespräch zeigten sich Unternehmen durchaus bereit, auch ihrerseits immer wieder zu prüfen, ob zeitliche Flexibilität auch arbeitgeberseitig möglich ist, um zeitlichen Einschränkungen von Arbeitssuchenden entgegen zu kommen. Ein Unternehmensvertreter fragte die Jobcoaches ganz explizit, was aus deren Sicht evtl. wirtschaftsseitig bei der Personalrekrutierung besser gemacht werden könne. Über den Wert von Arbeitserprobungen in Betriebspraktika von mehreren Wochen gab es weitgehend Konsens, wobei auf die Existenz „schwarzer Schafe“ unter den Unternehmen hingewiesen wurde, die diese als unfaires Instrument der Ausbeutung verzweifelt Arbeit Suchender missbrauchten. Die anwesenden Unternehmensvertreter betonten dem gegenüber den fairen Gebrauch sinnvoller Arbeitserprobungen bei der Personalauswahl. Hieran schloss sich ein kurzer Rekurs auf weitere Prinzipien guter Arbeit an, wie etwa Bezahlung über dem Mindestlohn.

Zum Format „Branchengespräch“ gehört konstitutiv der informelle Gesprächsteil am abendlichen Buffet, bei dem sich auch dieses Mal Personalverantwortliche und Jobcoaches bzw. Trägervertreter/innen am Stehtisch noch intensiv und ganz konkret über das Thema Personalbeschaffung in Kooperation von Unternehmen und Bildungsträger austauschten.