Branchengespräch Transport, Logistik & Security

Kurzbericht vom 21. Mai 2015
Arbeitskräftebedarf von Unternehmen und öffentlich geförderte Beschäftigte – Matching durch Kooperation

Das fünfte Branchengespräch war mit 33 Teilnehmenden von 12 Unternehmen und 16 Jobcoaching-Trägern das bisher am besten besuchte in der aktuellen Reihe des bvaa. Insbesondere große und mittelständische Unternehmen wie Acciona Airport Services, Ardor, ASK Sicherheitsdienste, Busse+Zerbe, G&S Gebäude- und Sicherheitsservice, GSE Protect, HSD Flughafen, Legal Time, Plischka Möbeltransporte, SARRAX und SIBA waren vertreten. Für die Bildungsdienstleister und Träger des Landesprogramms Berliner Jobcoaching waren beteiligt: die Unternehmensverbünde bildungsmarkt und pro futura, GFBM, Goldnetz und Die Wille, die gemeinnützigen GmbHs ABU, arbli, BGI, BIQ, BUS, CEWO, CUBA, Förderband, Kulturnetzwerk Neukölln, Pontos Management sowie die Zukunftswerkstatt der GFBM.

Frau Dr. Bettina Arndt vom Vorstand des bvaa begrüßte die Teilnehmenden und stellte das Programm Berliner Jobcoaching vor. Herr Ralph Döring, Netzwerkmanager des bvaa, erläuterte das bvaa-Projekt „Schnittstellen zur Wirtschaft“. Herr Eberhard Tief, Geschäftsführer des Landesverbands des Berliner und Brandenburger Verkehrsgewerbes e.V. stellte die aktuellen Entwicklungen und Zukunftstrends der Transportbranche in der Region vor, unter besonderer Berücksichtigung des Arbeitskräfte- und Ausbildungsbedarfs. Er machte aufmerksam auf die gemeinsame „Ausbildungsoffensive“ des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., der Straßenverkehrs-genossenschaften (SVG) und der KRAVAG-Versicherungen.

Im anschließenden Round-Table-Gespräch verdeutlichten die Geschäftsführenden und Personalverantwortlichen v.a. der Unternehmen des Sicher-heitsgewerbes, vor welch große Schwierigkeiten sie sich derzeit bei der Personalbeschaffung gestellt sehen. Die Personalfluktuation in den Betrieben ist zum Teil außerordentlich hoch, u. a. weil Arbeitskräfte häufig bereits nach wenigen Monaten kündigten, weil sie nicht mit den Arbeitsbedingungen der Branche zurecht kämen oder selbst nicht die passenden Soft Skills mitbrächten. Insbesondere einwandfreies Auftreten und kommunikative Kompetenzen sind neben dem vielzitierten Schein nach § 34a Gewerbeordnung von großer Bedeutung in der Sicherheitsbranche. In der Transportbranche hingegen stehen Fahrerlaubnisse für Lastkraftwagen und die zeitliche Flexibilität und Belastbarkeit des Personals im Vordergrund. Wiederholt wurde auf die Unabdingbarkeit der Grundarbeitstugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sauberkeit hingewiesen. Die explizit geäußerten Vergütungen bewegen sich zwischen „knapp über dem Mindestlohn“ bis zu Facharbeitergehältern im Transport- und Logistikbereich. Alle anwesenden Unter-nehmen zeigten ihr hohes Interesse an der Kooperation mit Jobcoaching-Trägern und Bildungsdienstleistern und berichteten zum Teil von positiven Erfahrungen damit.

Gruppe mit Herrn Weinberger

Mehrere Trägervertreter/innen und Jobcoaches beschrieben ihre Aufgaben und ihr Angebot. Sie zeigten den Nutzen auf, den sie für die Unternehmen durch Leistungen der Personalvorauswahl, der Qualifizierung, sozialpädagogische Unterstützung und Begleitung on-the-job haben.  Im informellen Teil des Branchengesprächs zum abendlichen Snack vertieften die Geschäftsführer, Personalverant-wortlichen, Jobcoaches und Trägervertreter/innen die Themen kooperative Personalbeschaffung und -entwicklung zwischen Unternehmen und Bildungsdienstleistern. Der Abend bot reichlich Möglichkeiten zu neuen Kontakte in der Branche und z. T. auch darüber hinaus und wurde so den Erwartungen der Teilnehmenden sehr gut gerecht.