Der bvaa positioniert sich zu den Ergebnisse der Sondierungsgespräche

Der bvaa ist Mitglied im Netzwerk für Arbeit und soziale Teilhabe und hat sich gemeinsam mit seinen Partnern zu den Ergebnissen der Sondierungsgespräche positioniert.

Das Netzwerk für Arbeit und soziale Teilhabe ist ein Verbund der rund 370 arbeitsmarktlichen Dienstleister in den Landesarbeitsgemeinschaften Arbeit Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Die Praktiker in unseren Organisationen entwickeln ihre Erkenntnisse im Umgang mit arbeitslosen Menschen bei der Umsetzung von Aktivierungs-, Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Beschäftigungsangeboten.

Soziale Teilhabe
Sozial ist, was gesellschaftliche Teilhabe schafft – das ist unser Selbstverständnis als Netzwerk. Für Teilhabe in unserer Gesellschaft steht vorrangig: Arbeit, Erwerbsarbeit. Ich werde gebraucht, ich bringe mich ein, ich bekomme etwas zurück.

Wir begrüßen

  1. Die Zielsetzung, insbesondere Langzeitarbeitslose besser zu fördern und zu aktivieren, ihnen eine Perspektive zu eröffnen
  2. Durch Qualifizierung und Weiterbildung Langzeitarbeitslose und Bildungsabbrechern bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen
  3. Mit einem ganzheitlichen Ansatz die Qualifizierung, Vermittlung und Reintegration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt voranzutreiben
  4. Die Schaffung des neuen Instruments „Teilhabe am Arbeitsmarkt für alle“
  5. Die Aufstockung der SGB II - Mittel
  6. Den Passiv-Aktiv-Transfer zu ermöglichen

Wir fordern außerdem

(Langzeit)Arbeitslose SGB-II-Leistungsbezieher sind eine heterogene Zielgruppe. Für ihre Aktivierung, soziale Teilhabe, Kompetenzentwicklung und Heranführung an bzw. Integration in den Arbeitsmarkt benötigen wir adäquate finanzielle und inhaltliche Rahmenbedingungen, wie:

  1. Wiederherstellung der Angemessenheit zwischen Eingliederungs- und Verwaltungskosten (Ist 2016: Egl: 3,4 Mrd. € / VK: > 6,0 Mrd. €); 2010 lag der Budgetschwerpunkt noch bei den Eingliederungsleistungen.
  2. Wiederherstellung der Haushaltswahrheit im Bereich der Eingliederungsleistungen; d. h. Schluss mit den Umverteilungen zu Gunsten des Verwaltungshaushaltes der Jobcenter (Umverteilung 2016: 764 Mio. € / 2011: 245 Mio. €). Bisher völlig unterfinanzierte Eingliederungsmittel subventionieren unterfinanzierte Verwaltungskosten der Jobcenter.
  3. Flächendeckende Umsetzung des Passiv-Aktiv-Transfers, um „gute“ Arbeit (d.h. sozialversicherungspflichtige) wieder für deutlich mehr Langzeitarbeitslose anbieten zu können.
  4. Förderung von marktnahen, sozialbetrieblichen Strukturen und Tätigkeitsbereichen, um tragfähige Brücken für die Betroffenen in den ungeförderten Arbeitsmarkt zu bauen. Öffentlich geförderte Beschäftigung (ögB) sollte geöffnet werden für marktnahe und regional sinnstiftende Arbeiten.
  5. Schaffung von Förderbedingungen, die die individuellen und regionalen Besonderheiten der Zielgruppe und des Arbeitsmarktes berücksichtigen. Das schließt auch die Langfristigkeit und das Ineinandergreifen verschiedener Förderansätze (Qualifizierung und Beschäftigung) ein. 
  6. Akzeptanz von langfristigen bzw. unbefristeten Förderansätzen, um diejenigen vor destruktiven „Jo-Jo-Effekten“ zu bewahren, deren Vermittlung in den Arbeitsmarkt mittel- bis langfristig nicht zu erwarten ist.

Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sind wesentliche Säulen unserer Gesellschaft. In ihnen spiegelt sich auch der politische und kulturelle Umgang mit denen wieder, die auf die Hilfe des Staates angewiesen sind.

Netzwerk für Arbeit und soziale Teilhabe

Ansprechpartnerin für Berlin und Brandenburg

Hilke van den Elsen

Leiterin der Geschäftsstelle
Berliner Verband für Arbeit und Ausbildung e.V. (bvaa)

Teupitzer Straße 39
12059 Berlin
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Vorstand: Detlef Bischur, Corinna Boldt (Vorsitzende), Siegfried Klaßen,
Reinhold Kolkmann-Weisel, Stefanie Lippelt-Mayenfels

 

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